Boot 2017: TOP TEN #Meeresmüll, Gewässerretter, Love your Ocean u.a.

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Auf der Boot-Messe zeige ich bis zum 29.1. beim VDST (H3 Stand 53/54) bei Umwelt & Wissenschaft exemplarisch die TOP TEN der UN der zehn häufigsten Meeresmüll-Objekte sowie Funde mit Düsseldorfbezug (alles vom Rhein km 744–745) – das passt gut zum neuen Portal Gewässerretter, das neu auf der Boot präsentiert wird!

Meeresmüll / Marine debris TOP TEN

  1. Zigarettenkippen / Cigarette butts
  2. Lebensmittel-Verpackungen aus Kunststoff / Plastic food wrappers
  3. Trinkflaschen aus Kunststoff / Plastic beverage bottles
  4. Flaschenverschlüsse aus Kunststoff /  Plastic bottle caps
  5. Trinkhalme und Rührer / Straws and stirrers
  6. Einkaufstüten aus Kunststoff /  Plastic grocery bags
  7. Getränkeflaschen aus Glas /  Glass beverage bottles
  8. andere Kunststofftüten / Other plastic bags
  9. Papier-Tüten / Paper bags
  10. Getränkedosen  /  Beverage cans

Seven of these items are made of plastic!  Einige von ihnen sind nur kurz in Gebrauch, überdauern aber teilweise sehr lange, auch da sieben von ihnen aus Kunststoff bestehen!
UN-Report: UN report finds marine debris is harming more than 800 species, costing countries millions. UN-Report MARINE DEBRIS (PDF)

Weggeworfen, verloren, auf Reisen geschickt, gesucht, gefunden…

Alles wirkt auf seine Art und Weise auf Mensch und Umwelt. Die Objekte erzählen dazu viel über unser (Konsum)Verhalten, unser Leben, historisches (Siedlungsgeschichte, hier die Düsseldorfs): Gegenstände gelangen absichtlich wie unabsichtlich in den Fluss und früher oder später ins Meer, denn über unsere Flüsse sind wir alle mit dem Meer verbunden!

Rheinkilometer 744–745

Ich lebe seit einigen Jahren in dieser Stadt. Ich mag Städte am Wasser zu sein, bin gern am Rhein. Immer wieder mache ich am Rheinufer an der Oberkasseler Brücke kurze Spaziergänge. Damit es nicht in Stress ausartet und für mich als einzelne machbar ist, dauern meine »Müll-Spaziergänge« meist nur 20 Minuten: Ich sammle ihn (im Sommer stehen überall Tonnen der Stadtreinigung, im Winter ist es schwieriger), wiege ihn mit einer Handwaage und notiere Besonderheiten. Oft mache ich dies bei Niedrigwasser nah der Wasserkante (da dort der Müll schneller wieder im Fluss landet) und am Spülsaum (wo sich mehr künstliches, als natürliches Material befindet). Funde erzählen immer Geschichten: Rheinfunde rausgeholt und bei naemirey twittere ich immer wieder dazu!

Ich habe auch bei Strandreinigungen mit anderen mitgemacht und immer wieder sammle ich bei Tauchgängen in unseren Baggerseen in der Gegend mit meinen Buddies Gegenstände, die sich im Wasser als Müll befinden (Tipp für Taucher: Sammelnetz und Schere einpacken und Clean-Up auf Rückweg zum Einstieg machen, dann ist die Chance am größten, dass die Buddies auch mitmachen wollen :-) !) Generell gilt für VDST-Taucher: »Was man an den See mitnimmt, nimmt man auch wieder mit nach Hause!«

Ich befasse mich mit UW-Archäologie (habe den NAS II, bin u.a.Multiplikatorin für Denkmalgerechtes Tauchen / Kontakt TSV NRW) und interessiere mich für Stadtgeschichte. Bereits vor einigen Jahren brachte ich am Ufer gefundene Scherben zur Bestimmung ins Hetjens-Museum, durfte sie behalten und erfuhr etwas mehr über die Herkunft einiger der Objekte. Bei den Kursen für Denkmalgerechtes Tauchen sind sie ein Beispiel am Rande für Funde ohne Fundzusammenhang. Sie sind typisch für die Siedlungsgeschichte dieser Stadt: Fragmente von Fayencen, Vorratsbehältnisse aus Westerwälder Steinzeug, Wandscherben von Mineralwasser- oder Bitterflaschen (wurden im 19. Jh. genutzt), (Weckmann)Pfeifen aus Gips oder Ton, Porzellan (z.B. Strohblumenmuster, möglicherweise Porzellanfabrik Moschendorf). Berichte für meinen Tauchverein TSG Grevenbroich. Stadtgeschichte Interessierten empfehle ich den Besuch des neuen ArcheoPoint (neue U-Bahnstation Heinrich-Heine-Allee /Königsallee) und des Stadtmuseums in Düsseldorf (inklusive Mammutzahn :-)!

Was kann man tun?

Jeder kleine Schritt zählt! Auf der »Boot« wird das Portal mit APP »Gewässerretter« vorgestellt, eine Initiative von NABU, Deutschem Kanu-Verband, VDST und Deutschem Segler-Verband! Am VDST-Stand gibt es weitere Information zu Kursen wie »Tauchen für den Naturschutz«, über weitere Aktivitäten des NABU – aber auch zur Unterwasser-Archäologie.
Die Gewässerretter sind zusätzlich in Halle 4 (Pixelworld) auf der großen Sonderausstellung der Meeresschutz-Initiative »Love your Ocean«. Dort erfährt man mehr über Mikroplastik, kann an Binokularen Proben aus deutschen Flüssen (Elbe, Rhein, u.a.) sichten (und selber Gewässerproben mitbringen!) und erfährt aktuelle Forschung und Studien. Ausgestellt ist auch der »Seehamster«, ein Katamaran, mit dem Gewässer von Müll gereinigt werden können. Themen des Stands sind auch Wirtschaft und Gesellschaft, es gibt einen Recycle Workshop, ein Research Cockpit, eine Hörstation mit Meeresgeräuschen, Infos über Forschungsschiffe und Green Building/Electro Power. Das letzte Thema wird vertieft, denn am 24. Januar 2017 eröffnet S.D. Fürst Albert II von Monaco im CCD das zweite Meeres-Symposium der Deutschen Meeresstiftung über »Zukunftsfähige Antriebe und nachhaltige Komponenten im Yacht-, Boots- und Schiffbau«.

Und jeder kann etwas tun (im Verein, für Lokale Agenda, an Schule und Arbeitsplatz, bei Initiativen und Verbänden,…). Auf der UN-Seite zu den Sustainable Development Goal stehen Policy recommendations, sie lauten sinngemäß:

Empfehlungen / Policy recommendations

  • Verpackungen/Kunststoffe reduzieren / Packaging and plastics reduction
  • Verwendung von Müll als Ressource / Potential use of waste as a resource 
  • Wirtschaftsinstrumente wie z.B. Gebühren auf Einwegprodukte, Pfand, etc. / Economic instruments such as fees for single-use items 
  • Verbot von Plastiktüten, Mikrobeads  / Bans items like plastic bags, microbeads 
  • Engagement für Unternehmen auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit, einschließlich Offenlegungspolitik für Kunststoffe / Engaging with businesses on sustainability, including plastics disclosure policies 
  • Unterstützung von Alternativen zu herkömmlichen »vollständig biologisch abbaubaren« Kunststoffen« / Support for alternatives to conventional plastics that are »fully biodegradable«
  • Bewusstsein für Meeresverschmutzung verbessern / Improving awareness of marine debris 
  • Umweltzeichen und Zertifizierungssysteme/ Eco-labelling / certification schemes

Römerbrücke auf der Spur

Mein Archäologie Ausbilder, der VDST Unterwasser-Archäologie-Experte und Forschungstaucher Gerd Knepel ist seit kurzem im Main in Frankfurt einer Römerbrücke auf der Spur…

Römerbrücke Artikel in der Frankfurter Rundschau

Müllräumaktion an Berlins Landwehrkanal

Gemeinsame große Aufräumaktion am Landwehrkanal für weniger Müll an Berlins Ufern. Nach zwei Stunden am vergangenen Samstag kam rund eine Tonne Müll zusammen. Eine Aktion von Freiwilligen des NABU, dem Müllsammelfloß Panther Ray, dem Tauchsportklub Adlershof und dem VDST (Verband Deutscher Sporttaucher) am Urbanhafen in Berlin Kreuzberg. Weiterlesen

Tauchen im Verein

Auf der Seite von Taucher.de befindet sich eine Liste mit 10 Tipps, die ein Tauchanfänger befolgen sollte Ich konnte es mir nicht verkneifen, mich bei der Diskussion im Tauchen Forum bei Xing  dazu zu äußern und etwas zu ergänzen und mich für das Tauchen im Verein auszusprechen. Hier ist mein Beitrag über die »Liste für Tauchanfänger«:

Ahoi, nette Liste, aber da fehlt mir ganz zu Beginn der Hinweis auf den Check des »Wasser-Nase-Reflexes«, zumindest für angehende Gerätetaucher – sollte mit als erstes im Pool/Schwimmbad erfolgen…

In Sachen »Buddy und Training« würde ich ergänzen, daß es eine Menge bringt, regelmäßig Training zu machen, gut möglich ist das in einem Verein… Ein wenig liest sich für mich diese Liste, als würden Leute nur im Urlaub (= an fernen Destinationen?) tauchen oder in Divecentern oder Tauchschulen. In vielen Vereinen und auch im Hochschulsport kommen immer wieder Interessierte zum Schnuppertauchen und lernen es – nicht zwingend mit einem Urlaubsvorhaben und lernen die Seen ihrer Region kennen. Auch bestehen oft in Tauchvereinen Möglichkeiten fürs Schnuppertauchen – und ist man Mitglied im Verein, das Equipment zu nutzen und kennenzulernen (im Unterschied zu Centern, die sich durch Verkäufe finanzieren, kann eine solche Beratung ggf. unabhängiger erfolgen). Oft bietet sich die Gelegenheit aus zweiter Hand und vertrauenswürdiger Quelle im Verein Equipment zu erstehen bis zu Sammelbestellungen für Gruppen (z.B. Flaschen-TÜV) oder Empfehlungen durch eigenes Vereins-Technikteam und Schulung wie eine Kompressoreinweisung, etc.).

Ich habe die Ausbildung des VDST nach CMAS-Standard durchlaufen und kann sie empfehlen. Ich finde sie vielseitig (von Kindertauchen, über Apnoe bis zu Denkmalgerechtem Tauchen/Unterwasserarchäologie – was ich jetzt selbst mit begleite, Höhlentauchen, Süsswasser-/Meeres-Biologie bis zum Seniorentauchen…).

Tauchen im Verein hat etwas eigenes und kann teilweise sehr vielseitig sein, allein schon, weil sich Trainer abwechseln, manche Clubfahrten und Touren machen und je nach Tauchlehrer-Schwerpunkten man auch sehr unterschiedliche Tauchthemen kennenlernen kann! In bzw. über meinen Verein war das bisher z.B. Wracktauchen, Kurse in Süßwasserbiologie (wir haben unseren See untersucht, auch mit Kindern!), Meeresbiologie (Ostsee, aber auch Ägypten), Unterwasserarchäologie, Shark Awareness, Rettungstauchen, oder mal ganz anders tauchen (akrobatisch!) bis zur Gelegenheit, im Astronautenpool zu sein und über die DLR an einer Versuchsreihe für Astronauten mitmachen zu können…

Allzeit Gut Luft! wünscht Naemi

Vormerken: 18./19.6. VDST-Tauchertag

Am 18. und 19. Juni 2016 findet der nächste TAUCHERTAG statt. Unter dem Motto »Deutschland taucht was« laden die Tauchsportvereine des Verbandes Deutscher Sporttaucher e.V. (VDST) in ganz Deutschland Neugierige und Interessierte zum Ausprobieren und Mitmachen ein. Zahlreiche Aktivitäten und ein spannendes Begleitprogramm rund um den Tauchsport werden begeistern.

http://www.vdst.de/mediathek/der-tauchertag/

Archäologische Kurse Werbellinsee /Brandenburg 2016

Termine für archäologische Kurse am Werbellinsee (Brandenburg 2016:

  • 25.-27.6. Wissenschaftliches Tauchcamp
  • 09.-11.7. Wissenschaftliches Tauchcamp
  • 23.-24.7. Denkmalgerechtes Tauchen
  • Sept./Okt. VDST Spezialseminar: Methoden zum Wissenschaftlichen Tauchen

Weitere Informationen unter: www.kaffenkahn-ev.de