Energie dezentral und umweltfreundlich – GWWK Wasserwirbelkraftwerke

Eine gute Alternative sind auch Wasserwirbelkraftwerke. Beim Hansgrohe Wassersymposium 2012 im November hielt der Bauingenieur Andreas Steinmann (GWWK Schöftland Schweiz) einen sehr interessanten Vortrag über diese Kleinkraftwerke.

Technik
Im Prinzip fließt das Wasser in ein Rotationsbecken und wird durch eine zentrale Abflussöffnung, die sich im Zentrum des Beckenbodens in eine Rotationsbewegung versetzt. Dank Schwerkraft und Höhendifferenz (bereits am 0,7 m möglich!) wird langsam ein Rotor bewegt (mit ca. 20 Umdrehungen pro Minute). Der Wasserwirbel treibt den Rotor an, der produzierte Naturstrom kann dann ins Netz eingespeist werden! Es reicht bereits eine Durchschnittswassermenge von 1000 Litern pro Sekunde und eignet sich dadurch sehr gut für die Kleinwasserkraftnutzung. Die Rotoren drehen sich langsam und sind für Treibgut (bis 1,5 m Länge und 20 cm Durchmesser) durchgängig, auch für Fische stellt dieses Wirbelwasserkraftwerk kein Hindernis dar, sie können das Kleinkraftwerk gefahrlos passieren sowohl stromauf- als auch stromabwärts.

Im Bereich des Rotors treten keine Druckunterschiede auf, die sonst für größeren Verschleiß sorgen, wie beispielsweise Kavitationsfraß (von cavitare- »aushöhlen«, was häufiger bei Propellern, Kreiselpumpen, Wasserturbinen etc. vorkommt). Die technische Ausrüstung ist auch einfacher als herkömmlichen Wasserkraftwerken, Unterhalt und Wartung sind damit auch einfacher. Bestimmte Elemente diese Anlagen könnte sogar aus nachwachsendem Rohstoff wie Holz gebaut werden, was wiederum bei Verwendung einheimischer Hölzer  lange Wege vermeiden ließe und die beteiligten Gewerke in der Region stärken kann.

Vorteile für die Umwelt
Das Wasser wird durch die Verwirbelung belüftet, das fördert die Selbstreinigung des Wassers durch Mikroorganismen. Die Zunahme der Sauerstoffkonzentration im Wasser durch das Belüften hat auch positive Auswirkungen auf die Gewässerökologie. Da die Konstruktion grösstenteils unter dem Terrain liegt fällt sich auch optisch kaum auf und wird somit als Eingriff ins Landschaftsbild nur wenig wahr genommen, insbesondere, wenn noch eine geeignet Bepflanzung dazu kommt.

Aktuelle Situation
Die GWWK betreibt im Aargau Schweiz zusammen mit ihren Partnern eine Versuchs- und Testanlage. Diese durch Behördenwege durchzubekommen war laut Betreiber schwierig. Dies dürfte auch daran liegen, da sie nicht nicht Erstentwickler und Patentinhaber sind und ihren Patentlizenzvertrag mit Zotloeterer, den Erfindern dieser Technik gekündigt haben. Eine weitere Blockade dürfte auch darin liegen, daß große Konzerne und Unternehmen und mit ihnen verbandelte Entscheider haben bisher nur wenig Interesse, solche kleinen Kraftwerke auf den Weg zu bringen, da sie daran nur wenig – bis gar keinen Gewinn machen können. Anlagen mit nur wenig Verschließ, günstigen Materialien (daran wird  weiter geforscht!), großer Effizienz in Hand der Erzeuger – ohne große Stromleitungen. Auch in der Schweiz haben einige etwas dagegen, es heißt, daß noch »weit über das Jahr 2020« die Aargauer Kantonsregierung die beiden Reaktorblöcke von Beznau (dem ältesten Atomkraftwerk der Schweiz) in Betrieb sehen will (hier ein Bericht dazu).

Genossenschaft Wirbelwasser Kraftwerk http://gwwk.ch/

Hier ist die Technik näher erklärt: http://gwwk.ch/65-2/technology/

Filme über das Kraftwerk

Nachtrag: Bei einer Veranstaltung kürzlich hier in Düsseldorf zum Thema Energie und Netzausbau musste ich auch die Erfahrung machen, daß kleine, dezentrale EE-Energiegewinnung bei vielen (hier: den großen) nicht angesagt ist… Es bleibt mühsam!

Oft sind Ideen auch so gut, daß sich viele von ihnen inspirieren lassen – so auch hier, denn die  patentierte Ursprungstechnik dieser Wasserwirbelkraftanlage, die für dieses Kraftwerk Pate stand, ist die Gravitations-Wasser-Wirbelkraftanlage (GWVPP) in Obergrafendorf in Niederösterreich: http://www.zotloeterer.com/willkommen/news.php.

Die als sehr effizient laufende Anlage wurde als weltweit erste ihrer Art bereits 2005 in Betrieb genommen. Weitere Anlage folgten 2008 in Indonesien, 2011 in Deutschland, 2013 in Chile und Thailand. Weitere folgen bestimmt!

hydro power station – Gravitation Water Vortex Power Plants of GWWK at Aargau Switzerland. Natural power combined with River renaturation and revitalisation!
http://gwwk.ch/

Gravitation-Water-Vortex-Power-Plants are originally invented by Zotloeterer (Austria):
First plant in 2005 at Obergrafendorf Austria, 2008 in Indonesia, 2011 in Germany, 2013 in Chile and Thailand. To be continued. > Zotloeterer history (in geman) here.

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